Die Litfaß-Säule als Fels in der digitalen Brandung

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Jeder kennt sie, für viele ist sie Kult und einige sind sicherlich schon mit ihrem Smartphone in der Hand gegen sie gelaufen – Die Litfaßsäule. Das runde, meist mehr als 3 Meter hohe Konstrukt wurde nun am heutigen Tage vor genau 200 Jahren von Ernst Theodor Amandus Litfaß erfunden und aufgestellt.

Litfaß war angeblich über das wilde Plakatieren in Berlin brüskiert, was ihn dazu veranlasste eine Methode zu entwickeln, die dem Werbe-Anarchismus ein Ende setzte. Es entstand eine Anschlagssäule, die zu Ehren seiner Person bis heute seinen Namen trägt.

Doch müsste dieses in die Jahre gekommene Medium in Zeiten der Digitalisierung nicht längst aus dem Stadtbild verschwunden sein? Haben nicht „MegaLight-Poster“ eine viel höhere Reichweite als eine 200 Jahre alte horizontale Röhre?

Das mag zwar stimmen, allerdings ist die Litfaßsäule wohl immer noch die günstigste Variante für kleine Firmen und Veranstaltungen zu werben. Nicht jeder kann sich eine Werbetafel am Times-Sqaure leisten. Außerdem lässt sich die Litfaß-Säule als alter Hase nicht so schnell aus dem Out-of-Home-Business vetreiben und nutzt die digitale Konkurrenz sogar zu ihrem Vorteil aus. Das mag jetzt ganz schön paradox klingen, aber ein 200 Jahre altes Medium, wie die Litfaß-Säule profitiert sogar von der Digitalisierung. Menschen sind durch Smartphones, mobiles Internet und WLAN an jeder Ecke viel mobiler geworden und gehen dementsprechend vermehrt nach draußen, des bedeutet auch, dass die gute alte Litfaß-Säule wieder von viel mehr Menschen gesehen wird. Nicht nur das – sie passt sich sogar an ihre Nachfolger an. Mittlerweile finden sich nämlich auf etlichen Litfaß-Säulen QR-Codes wieder, die mit dem Smartphone eingescannt werden können. Auf diese Weise entkommt sie wohl dem Werbe-Friedhof und mal ehrlich – in unseren Herzen hat sie doch schon lange einen Platz sicher.