Ist MEGA wirklich so mega? – Der Online-Speicher auf dem Prüfstand

Speichermedien

Unter den Online-Speicher-Anbietern herrscht ein erbitterter Kampf um die Marktanteile. Einer unter den vielen möchte sich jetzt aus der grauen Masse hervorheben und zwar mit einem offenbar entscheidenden Wettbewerbsvorteil – dem Speicherplatz. Während Google und Amazon nur jeweils 5 GB – Dropbox gar nur 2 GB – in der freien Variante bieten, sticht MEGA mit unglaublichen 50GB Speicherplatz hervor – und zwar for free! Verlockend nicht wahr? Das denken sich offenbar viele Nutzer und wechseln von den Marktführern zu dem doch recht kleinen Anbieter.

So verlockend die 50 GB freier Speicherplatz auch sein mögen – Ein Haken kann nicht weit entfernt sein. Und den findet man auch, wenn man nur danach sucht. Die Domain MEGA wurde nämlich 2013 einst von dem umstrittenen Internetunternehmer Kim Dotcom ins Leben gerufen. Dotcom musste sich davor wegen Urheberrechtsverletzungen im großen Stil verantworten. Er soll unter anderem als Geschäftsführer des als illegal geltenden Streaming-Portals „Megaupload“ gelten. Zum Online-Speicher MEGA zeigt er sich mittlerweile selbst distanziert. Die Firma solle durch die Übernahme durch einen chinesischen Investor erheblich gelitten haben.

Das klingt meiner Meinung nach schon alles nicht sehr vertrauenswürdig, doch das ist nicht das Ende der Fahnenstange. Im Prinzip gilt MEGA nämlich durch die Verschlüsselung mit einem RSA-Kryptosystem als sicher, da die Daten somit nicht durch das Unternehmen selbst oder Dritte eingesehen werden können. Doch Vorsicht – wer sich die AGBs sorgfältig durchliest, bei dem sollten insbesondere bei einem Satz die Alarmglocken schrillen: Laut den Geschäftsbedingungen werden „Kommunikations-Protokolle, IP-Adressen, Verkehrsdaten und Informationen zur Website-Nutzung“  sowie „persönliche Informationen in hochgeladenen Daten“ abgespeichert. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Daten an „autorisierte Wiederverkäufer und Diensteanbieter“ weiterverkauft werden, heißt es seitens MEGA.

Also Leute – lasst euch nicht durch verlockende Angebote blenden. Wichtig sind Fakten, sonst sind eure Daten irgendwann da, wo sie nicht sein sollten.

Hier mal ein guter Bericht über den Gründer von MEGA: